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Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei diesem kalten Morgen in Berlin, als du mit zwei Tassen Kaffee und einem Stapel Stoffe unter dem Arm hereinkamst und sagtest: "Wir machen das einfach." Wir kannten uns erst seit drei Monaten. Aber du hattest immer diese Fähigkeit, Dinge einfach klingen zu lassen, die eigentlich sehr groß waren.

Und es wurde groß. Größer als ich je zu träumen gewagt hätte.

Jahrelang haben wir gemeinsam ausgewählt. Jedes Kleid, jede Farbe, jede Frau, die hereinkam und etwas suchte, das sie nicht beschreiben konnte, das wir aber immer erkannten. Das waren wir.

Jetzt gehen wir beide in eine andere Richtung. Wir haben lange darüber geredet und wir wissen beide, dass es das Richtige ist. Zwei neue Kapitel, für zwei Menschen, die jahrelang dasselbe Buch geschrieben haben.

Ich werde etwas ganz anderes tun. Etwas, wovon ich jahrelang heimlich geträumt habe, aber nie den Mut hatte, bis du mich eines Abends angeschaut und gesagt hast: "Clara, wann denn sonst?" Ich bin bereit.

Was wir aufgebaut haben, bleibt bestehen. Nicht in einem Geschäft, sondern in den Kleiderschränken der Frauen, die uns vertraut haben. In dem Kleid, das jemand an einem Tag trug, den sie nie vergisst. Da sind wir, Nora. Da bleiben wir.

Das ist unsere letzte gemeinsame Kollektion. Wir geben sie weiter an die Frauen, die all die Zeit bei uns waren. Alles darf gehen, zu einem Preis, der es verdient: ehrlich und von Herzen.

Danke dir. Für alles. Für jeden Morgen, jeden Streit, jedes Lachen zwischen den Kleiderständern.

Ich liebe dich, Nora.

In Liebe, Clara